Fantastischerweise haben wir noch in diesem Jahr die 1000er Marke
bei plainpicture gerissen! Auch wenn wir noch so einige Bilder auf
Lager haben, erstmal ein schöner Grund, stolz zu sein.
Alle Bilder auf plainpicture.de
Do 3 Dez 2009
Posted by admin under Allgemeines
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Fantastischerweise haben wir noch in diesem Jahr die 1000er Marke
bei plainpicture gerissen! Auch wenn wir noch so einige Bilder auf
Lager haben, erstmal ein schöner Grund, stolz zu sein.
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20-20-40: Zum Gedenken des Mauerfalls vor 20 Jahren sind derzeit
„SPIEGELUNGEN“ unterhalb des Hauses der Geschichte in Bonn zu sehen –
eindringliche Portraits von Bewohnern aus 40 Orten Deutschlands mit aber
„nur“ 20 Namen. Beispiele: 16928 Heidelberg in Brandenburg und 69117
Heidelberg/Baden-Württemberg oder 35096 Weimar in Thüringen
und 99423 Weimar/Hessen.
Was ist heute, im Jahr 20 nach dem Mauerfall noch Ost, was West? Dieser
zeitgeschichtlichen Frage gingen Dieter und Reto Klar zwei Jahre lang nach
und fotografierten Menschen unterschiedlichsten Alters und unterschiedlichster
Berufe. Vater Dieter (Jahrgang 1937) und Sohn Reto (Jahrgang 1967) faßten
dabei den originellen Plan, in gleichnamigen Orten der alten und neuen
Bundesländern nach Gemeinsamkeiten und Trennendem zu forschen.
Dabei brachten die in Buxtehude beheimateten Berufsfotografen ihre
Linhof-Großformatkamera zum Einsatz in Bergen auf der Insel Rügen oder
Bergen im bayerischen Chiemgau. Aber auch in Eisenach in der Eifel
(etwa 400 Einwohner) oder in Eisenach/Thüringen. Die Klars lassen dem
Zufall wenig Chancen. Gründliche Recherchen vor Ort sowie eine klare
Bildsprache und exakte Kompositionen zählen ebenso zu ihrer Arbeitsweise
wie eine ergänzende Dokumentation mit Lebenserinnerungen der
Portraitierten (Katalogpreis € 19,90).
Ein Höhepunkt der Reise war die Begegnung mit Sarah Klier, dem letzten
in der DDR geborenen Kind. Es kam am 02. Oktober 1990 um 23.48 Uhr
zur Welt, zwei Minuten später war die Deutsche Demokratische Republik
Geschichte. Klar setzten die 20jährige im sächsischen Borsdorf auf einen
riesigen Baumstumpf, wo sich Sarah mit einem Luftballon präsentiert,
auf dem zu lesen ist „Ich liebe es“.
Eine berührende Begegnung gab es mit Ottomar Rothmann, der sich als
Überlebender des Konzentrationslagers Buchenwald in einer Zelle
fotografieren ließ. „Ich hatte eine andere Vorstellung von der Einheit“,
gestand er den Klars. „Ich hatte die Hoffnung, daß die guten Seiten aus
beiden, aus Bundesrepubik und DDR, zusammen wirken können.“ Trotz
erlebter Greuel blieb der ehemalige politische Gefangene in Weimar und
leitete mehr als zehn Jahre lang die Gedenkstätte Buchenwald als
Stellvertretender Museumsdirektor.
In Eisenach begegneten Vater und Sohn Martin Luther, einen Nachfahren
des weltberühmten Reformators. Und Günther Sievers, Unternehmer aus
39343 Emden, gab den beiden folgendes mit auf den Weg. „Viele Ostdeutsche
erinnern sich an das Gute von früher und vergessen das Schlechte.“
Museumsleiter Wolfgang Guthardt aus der VW-Stadt gesteht. „Für Wolfsburg
ist die Einheit ein großes Geschenk. Früher lag die Stadt am Ende der westlichen
Welt. Heute liegt sie mitten im Land.“
Lehrreich war die fotografische Exkursion nicht zuletzt auch für die Urheber
der Spiegelungen: „Unsere Klischeevorstellungen haben sich fast alle aufgelöst.“
Leider werden die Bilder an unvorteilhafter Stätte gezeigt: Noch bis Mai 2010 in
der zugigen Bonner U-Bahn-Galerie, Willy-Brandt-Allee 14, in schlechtem Licht
und mit Lautsprechergedudel. Doch dieser Ausstellung gebührt entsprechend
ihrem Anlaß und dem Qualitätsniveau der Aufnahmen eine würdige Umgebung –
ab damit eine Etage höher und rein ins Haus der Geschichte.
Ein herzliches Dankeschön geht an die Urheber, die
ihre Fotos für diesen Blog zur Verfügung stellten.
- Hartmut S. Bühler -
Das ganze Buch auf einheitsgesichter.de
Do 3 Dez 2009
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Der Fotograf thront über dem Maler: noch bis zum 03. Januar 2010
sind in der Bundeskunsthalle in Bonn Fotografien und Vintage-Prints
des 1927 in Berlin geborenen Fotografen Arno Fischer zu sehen. Diese
Retrospektive feiert den ehemaligen studierten Bildhauer Fischer
ebenso wie die gleichzeitig im Erdgeschoß gezeigte Werkschau
„Hauptwege und Nebenwege“ den Malerfürsten Markus Lüpertz.
Mutig in diesem Zusammenhang die Entscheidung der Museumsleitung,
die Arbeiten beider Künstler parallel auszustellen. Denn Lüpertz
(bis 17.01.2010 gezeigt), von 1988 bis 2009 Rektor der Kunstakademie
Düsseldorf, beurteilt die künstlerische Fotografie und vor allem die
Düsseldorfer Fotoschule der „Struffskys“ – Struth, Ruff, Gursky – eher
skeptisch.
Wirkt die Retrospektive des 1941 in Liberec/Böhmen geborenen Lüpertz
mit zusammen etwa 150 großformatigen Bildern und teilweise meterhohen
Skulpturen eher überladen, schmeicheln die 170 überwiegend schwarzweißen
Aufnahmen Fischers dem Auge des Betrachters. Die abgedunkelten Räume
im ersten Stockwerk und die durchschnittlich 30×40 cm großen Abzüge
besänftigen die von „zu viel“ Lüpertz-Werken und -Gedanken aufgeladenen
Sinne des Besuchers.
Die Fotografien unterteilen sich grob in Modeaufnahmen, vor allem für die
ostdeutsche „Sibylle – Zeitschrift für Mode und Kultur“, ausdrucksstarken
Portraits von Stars wie Marlene Dietrich und Juliette Greco sowie Reisebildern
von Ostdeutschland, Polen, Sowjetunion, Indien, Äquatorial-Guinea und
New York. Das früheste Bild der Ausstellung zeigt das brennende Berlin 1943.
Fischer machte es im Alter von 16 Jahren.
Kontrapunkte zu den Reportagearbeiten setzen Fischers beinah poetischen
farbigen Polaroid SX 70-Serien mit Stilleben und Details aus seinem verwilderten
Garten. Er gehört zum Landhaus, das Fischer mit seiner Ehefrau Sibylle Bergmann,
der bekannten Ostkreuz-Agentur Fotografin seit 1978 bewohnt. Diese privaten
Bildern kommentiert der Urheber auf seine bescheidene Weise: „Man muß nicht
komponieren, die Welt ist die Komposition.“
Fischer zählt zu den bedeutendsten deutschen Fotografen, der in der ehemaligen
DDR einen großen künstlerischen Freiraum genossen hat. Auslandsreisen wurden
ihm wie kaum jemand anderem gewährt und er kehrte auch jedesmal zurück.
Nach dem Mauerbau 1961 wohnte im Ostteil Berlins. In einem
SPIEGEL-ONLINE-Interview vom 01.12.2008 antwortet er auf die Frage, wie es
im damals ergangen ist: „Ich wohnte in Weißensee und hatte einen guten Job.
Ich hatte nicht die Absicht abzuhauen, auch wenn wir die Situation als nicht
richtig empfunden haben… Ans Abhauen habe ich nie gedacht. Ich habe es
den Leuten, die nicht zurückgekommen sind, sogar eher übelgenommen,
weil sie uns im Stich gelassen haben.“
Ausgewählte Bücher, Dokumente und Zeitschriften ergänzen die Fischer-Fotos
und versuchen, diese in einen historisch-kulturellen wie kritischen Kontext zu
setzen. Nach Bonn wandert die Retrospektive nach Cottbus, danach geht sie
auf Welttournee.
Arno Fischer
Retrospektive
5. November 2009 bis 3. Januar 2010
Markus Lüpertz
Hauptwege und Nebenwege
Eine Retrospektive. Bilder und Skulpturen von 1963 bis 2009
9. Oktober 2009 bis 17. Januar 2010
beide in der Bundeskunsthalle Bonn