Archive for Januar, 2010

CKF-stahlarbeiter
© Christoph Kniel aus der Arbeit “Stahlarbeiter Phoenix-West”

Seit Jahrzehnten ist das Ruhrgebiet als größter europäischer Ballungsraum besonders
anziehend für Fotografen. In den 1920er, 1950er und 1970er Jahren war der industriell
erschlossene Arbeits- und Lebensraum das Motiv vieler Fotografen, heutige
Generationen fasziniert die Verwandlung in eine Metropol- und Kulturregion.
Dabei stellen die besonderen Themen und Widersprüche dieser Region, Stadtplanung,
Landschaftsgestaltung, Arbeits-, Shopping- und Freizeitwelten, eine besondere
Herausforderung dar.

Anlässlich von Kulturhauptstadt RUHR.2010 zeigt das Kunstmuseum Mülheim in einer
ersten großen Museumsausstellung rund 120 Fotografien aus diesem Archiv. Der Fokus
liegt dabei auf Arbeiten, die insbesondere den Wandel im Blick haben, den Wandel von
einer Zeit “unter Tage” – bestimmt durch Bergbau und Schwerindustrie – hin zu einer
im Entstehen begriffenen neuartigen Metropolregion. Indem die Fotografen fast
seismographisch bestimmte Themen und Prozesse in den Blick nehmen, nehmen sie
auch zukünftige Trends und Entwicklungen voraus, so dass im Blick auf die Gegenwart
bereits eine mögliche Zukunft spürbar wird.

Beginnend mit Fotografien der Industrie- und Stadtlandschaft der 1920er und 1950er
Jahre spannt die Ausstellung den Bogen bis in das 21. Jahrhundert. Vorgestellt werden
fotografische Arbeiten von Dominik Asbach, Joachim Brohm, Christoph Buckstegen,
Henning Christoph, Christian Diehl, Frank Dietz, Leonard Freed. Harald Hoffmann,
Birgit Hupfeld, Christoph Kniel, Brigitte Kraemer, Dirk Kruell, Horst Lang, Bernd
Langmack, Britta Lauer, Peter Liedtke, Knut Wolfgang Maron, Duane Michals, Ben
Plefka, Tania Reinicke, Vitali Saloshanka, Walter Schernstein, Heiner Schmitz, Georg
Schreiber, Joachim Schumacher, Wolfgang Schwager, Sophia Simons, Anton Stankowski,
Bettina Steinacker, Markus Steur, Tobias Uhlmann, Manfred Vollmer, Michael Wolf,
Wolfgang Zurborn sowie die Gemeinschaftsarbeit “Probesitzen” der jungen Fotografinnen
Anne Lass, Annette Jonak, Patricia Neligan und Almut von Pusch.

Pixelprojekt_Ruhrgebiet –
Fotografische Positionen zur Gegenwart einer Region
29. Januar – 21. März 2010
Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr in der alten Post
Viktoriaplatz 1
45468 Mülheim an der Ruhr

ruhr2010

Picassocigarette1956
© Lucien Clergue

von Hartmut Bühler

Für 35.000 Euro oder die doppelte Summe können derzeit Keramikvasen von
Pablo Picasso erworben werden: in der speziell dem verstorbenen Meister
gewidmeten „Galerie für Kunst von Picasso“ in der Bilker Straße 5 in Düsseldorf.
Gratis geht es aber auch: noch bis zum 09. Januar 2010 zu sehen sind sehr persönliche
Portraits des Spaniers, fotografiert von Lucien Clergue.

Im Jahr 1953 lernen sich der 19jährige Berufsanfänger und der 72jährige Maler
während eines Stierkampfbesuchs kennen. Aus der Bekanntschaft wird Freundschaft.
Die in Düsseldorf gezeigten Fotos stammen aus Clergues 1993 erschienenem Bildband
„Picasso mon ami“.

Clergue wird am 14. August 1934 in Arles als Sohn „kleiner“ Ladenbesitzer geboren
und studierte vor seiner fotografischen Karriere am Musikkonservatorium. Er gründet
zusammen mit Michel Tournier 1968 in Arles das längst weltbekannte Festival
„Recontres Internationales de la Photographie“.

Clergue kämpfte jahrzehntelang erfolgreich für die Anerkennung der Fotografie als
Kunst –  2003 wird er zum Ritter Légion d´honneur geschlagen, 2007 als erster
Fotograf in die Academie des Beaux-Artes aufgenommen. Seinen Wohnsitz hat der
Autor, Filmemacher und Fotograf in Arles, der früheren Hauptstadt Galliens.

Die Betreiber der Galerie Conzen / Beck & Eggeling offerieren die teilweise an- und
berührenden Schwarzweiß-Motive auch zum Verkauf: Clergue-signiert von € 1.800
bis über  € 6.000.

Öffnungszeiten: Di-Fr 10.00-13.00 Uhr und 14.00-18.00 Uhr; Sa 11.00-16.00 Uhr

ps – Danke Hartmut für Deine stets offenen Augen!