Archive for Oktober, 2009

Für den aktuellen Ausstellungskatalog der Lüpertz-Retrospektive in Bonn
wurde als Frontcover die aussagekräftige Charakterstudie des Düsseldorfer
People- und Portraitfotografen Hartmut S. Bühler verwendet. Markus
Lüpertz zählt zu den bekanntesten deutschen Künstlern der Gegenwart.

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Da ich vor einigen Jahren beim Shooting als Assistent mithelfen durfte, freut
mich dies jetzt ganz besonders! Gratulation also, Hartmut.

Informationen zur Ausstellung:
Markus Lüpertz
Hauptwege und Nebenwege
Eine Retrospektive. Bilder und Skulpturen von 1963 bis 2009

09.10.2009 – 17.01.2010
Kunst-und Austellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn

Sie sind nicht inhaftiert im Gefängnis, nein: ihr zu Hause besteht nur aus zwei
Quadratmeter großen Käfigboxen. Mehrere dieser Boxen sind in einer normalen
Mietwohnung untergebracht. Somit ist es für den Vermieter möglich, eine normale
Wohnung mehrfach zu vermieten. Unter solchen Bedingungen leben, schlafen und
essen rund 100.000 Menschen in Hongkong: die sogenannten “cagepeople” -
“Käfigmenschen”. Unter ihnen sind rund 20.000 Kinder, Alte, Drogenabhängige,
alleinerziehende Mütter, geistig Behinderte. Dreiste Haus- und Wohnraumbesitzer
verlangen für diese zwei Quadratmeter Schlafplatz durchschnittlich 150 US-Dollar.
Eine Einzimmerwohnung kostet in Hongkong das zehnfache.

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> Die Aufnahmen entstanden in der Galerie Lausberg, Mühlengasse 3 in Düsseldorf
Solange die Verwaltung Hongkongs keine Wohnbaupolitik formuliert und umsetzt,
bleibt das Recht auf menschenwürdiges Wohnen für die rund 100.000 am Rande
der Geselschaft lebenden Menschen inhaltsleer.

Die “Käfigmenschen” wurden von den Fotografen Chung Cheuk Ming, Leung Yiu
Wing, Dickson Lee und Kevin Lee On Man in ihrem Alltag und Lebenssituationen
begleitet. Im März 2008 wurden diese Fotos auf der Art Walk, Hongkongs größter
Wohltätigkeitsveranstaltung gezeigt. Die Käfige sind als einzelne Wohneinheiten
konzipiert. Durchschnittsgröße: zwei Quadratmeter. Sie sind der Dreh- und Angel-
punkt des Lebens ihrer Bewohner/innen. Hier essen und schlafen sie, erziehen ihre
Kinder und bewahren ihre gesamte Habe auf. Eine Intimsphäre gibt es nicht. Tageslicht
fällt kaum in die meist doppelstöckigen Schlafstellen. Die sanitären Anlagen sind oft in
desolatem Zustand, mehrere Dutzend Menschen teilen sich einen Dusche und eine
Toilette. Doch lange nicht alle Cage People sehen ihrer Lage hoffnungs- und tatenlos zu.
Sie treten gegenüber dem Staat aktiv für ihr Recht auf menschenwürdiges Wohnen ein.

Unterstützt werden sie dabei vom bischöflichen Hilfswerk MISEREOR.de-Partner
SoCO (Society for Community Organization). Diese 1972 gegründete Nicht-Regierungs-
organisation versucht über professionelle Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit,
Entscheidungen der Politik im Sinne der in Armut lebenden Menschen Hongkongs zu
beeinflussen. Mit Erfolg. SoCO hat es geschafft, dass sich sogar Expertengremien der
Vereinten Nationen in Genf für eine die Menschenrechte achtende öffentliche
Wohnungsbaupolitk in Hongkong einsetzen und hat Tausende von Käfigmenschen
zu einem menschenwürdigen Zuhause verhelfen können. SoCO dient mittlerweile als
Vorbild und Modell für andere Nichtregierungsorganisationen in Hongkong und
Festland-China.

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Bis zum 27.9.d.J. gastiert die Ausstellung in der Bunkerkirche, Pastor-Klinkhammer-Platz
in 40549 Düsseldorf-Heerdt. DO 18.30-20 h SA 15-18 h, SO 9.30-17 h. Gruppenführung
möglich (Kontakt über www.friedensort-bunkerkirche.de).

Die nächsten Termine: 30.09.-10.10. Fulda, 14.10.-31.10. Frankfurt am Main, Köln,
Aachen, Düren, Oldenburg, Ruhrgebiet, Berlin und München.

© Alle Fotografien von Hartmut S. Bühler  (www.hsbuehler.com)

ps. Danke für die offenen Augen und deine offene Art! ckf