

Sieben großformatige Fotoportraits des kanadischen Künstlers Gabriel Jones zeigt
die Galerie Bugdahn und Kaimer in der Heinrich-Heine-Allee 19, exakt gegenüber
dem Opernhaus.
Das Augenmerk des 1973 in Montreal geborenen Fotografen liegt „auf den subtilen,
kaum wahrnehmbaren Gesten, Blicken und Haltungen, die an seinen weiblichen und
männlichen Protagonisten sichtbar werden“. Dabei spielt der in New York lebende
Kamerakünstler mit der Differenz zwischen dem Moment einer spontanen „Geste“
und der längeren Zeitspanne der gefrorenen „Pose“. Fast scheint es ihm zu gelingen,
verborgene Aspekte der menschlichen Psyche zu offenbaren.
Die jungen Portraitierten wirken vor den gewählten Hintergründen wie Mauern, Haus
und Landschaft wie einsame Schauspieler aus Kinofilmen oder Figuren aus Gemälden.
Trotz geheimnisvoller Titel wie „Hiding“, Stoique“, Advantaged“ oder „Lust“ – Fotoarbeiten
à la Jones sind dem Betrachter nicht fremd. Allerdings lohnt der Besuch schon ob der
handwerklichen Qualität der Farbfotos (Auflage: 6). Die vorgefundenen Lichtsituationen
werden erweitert durch Kunstlicht, das die Abwesenheit von Schatten und den homogenen
Detailreichtum der Arbeiten erzeugt. Nachträgliche Entsättigung der Farben und digitale
Manipulationen lassen Jones´ Portraits hyperrealistisch und beunruhigend gleichermaßen
erscheinen.
Die Preise des ausgestellten Zyklus „Somewhere On Time II“ des in New York lebenden
Künstlers bewegen sich zwischen € 3800 und € 4400. Formate der (leider nur) sieben
Bilder: etwa 100×150 cm. Tip: Weitere Portraits werden auf Anfrage gezeigt.
Es ist die zweite Einzelausstellung von Jones in der Landeshauptstadt. Öffnungszeiten:
Di-Fr: 12-18 Uhr; Samstag: 12-16 Uhr und nach Vereinbarung. Noch bis 18. Juli zu sehen.
Diesen Gastkommentar verfasste der ausgezeichnete Düsseldorfer Portraitfotograf
Hartmut S. Bühler. Danke dafür!
